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DIW-Studie: Immer mehr Mieterschutz verdrängt letztlich Mieter

Haus & Grund Frankfurt am Main fordert mehr Verantwortung der Stadt - nicht nur für Mieter, sondern auch für Vermieter

Immer mehr Mietregulierung führt letztlich dazu, dass sich das Mietwohnungsangebot reduziert und Wohnungssuchende auf Eigentumswohnungen ausweichen müssen. Damit schrumpft der Anteil der Mieterhaushalte. Das ist das Ergebnis einer Studie des Consulting-Unternehmens des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, DIW Econ, im Auftrag des Eigentümerverbandes Haus & Grund Deutschland. „In den vergangenen Jahrzehnten ist Deutschland mit einem starken Mietwohnungsmarkt sehr gut gefahren. Er war von einem Ausgleich der Interessen zwischen Mietern und Vermietern geprägt. Dieses Gleichgewicht müssen wir jetzt wieder neu herstellen“, kommentierte Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke die Studie.
Die Wissenschaftler haben den Zusammenhang zwischen Mietregulierung und Mieterquote am Beispiel aktueller wohnungspolitischer Vorschläge von SPD, den Grünen, der Linken sowie der Berliner Landesregierung untersucht. Alle Politikvorschläge – würden sie in ganz Deutschland gelten – ließen die Mieterquote in den kommenden zehn Jahren sinken. Um 4,5 Prozentpunkte würde die Quote bei Geltung der Vorschläge der Linken sowie des Berliner Senats sinken, bei den Vorschlägen der SPD würde das Minus bei 2,8 Prozenten und bei denen der Grünen bei 2,4 Prozentpunkten liegen. „Je mehr die Mieten und Wohnungsmärkte reguliert werden, umso mehr Eigentümer geben ihre Mietwohnungen auf und verkaufen diese an Selbstnutzer. Dieser Angebotsrückgang wird verstärkt, indem Bestandsmieter länger als eigentlich gewollt in ihren Wohnungen mit stark regulierten Mieten bleiben. Im Ergebnis wird für Wohnungssuchende der Zugang zu Mietwohnungen deutlich erschwert“, fasste Warnecke die Studienergebnisse zusammen. Dies sei eine fatale Entwicklung. Er plädierte für einen gesunden Mix aus Selbstnutzung und Wohnen zur Miete, um Stabilität und Flexibilität auf dem Wohnungsmarkt zu verbinden.

Verantwortung für Vermieter übernehmen – Verkäufe verhindern

Auch Jürgen H. Conzelmann, Vorsitzender von Haus & Grund Frankfurt am Main e.V., warnt eindringlich vor zu viel Regulierung am Wohnungsmarkt. „Die Stabsstelle Mieterschutz der Stadt Frankfurt am Main fordert aktuell mehr Verantwortung von Eigentümern, wenn sie ein Mietshaus verkaufen. Wir als Vertreter der privaten Eigentümer fordern viel mehr die Stadt auf, mehr Verantwortung für die privaten Eigentümer zu übernehmen, die ihre Wohnungen trotz steigender Regularien ihren Mietern zur Verfügung stellen, um solche Verkäufe schon von vorneherein zu verhindern. Denn: Staatliche Auflagen und auf Vermieter abgewälzte Risiken auf unterschiedlichsten Ebenen – von Bauvorschriften über Mietpreisbremse bis zur Milieuschutzsatzung - machen Vermietung seit Jahren zunehmend unattraktiv für private Vermieter. Wird diese Entwicklung nicht gestoppt, werden sich viele Vermieter dafür entscheiden, auf Modernisierungen zu verzichten oder sich ganz aus dem Wohnungsmarkt zurück zu ziehen. Damit gelangen viele Mietwohnungen in die Hände von Großinvestoren, die erfahrungsgemäß wenig Rücksicht auf die persönlichen Belange der Mieter nehmen. Städte und Kommunen werden dann allein für bezahlbaren Wohnraum sorgen müssen – eine Aufgabe, der sie offensichtlich derzeit in keiner Weise gewachsen sind.“