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Homeoffice

Häusliches Arbeitszimmer bei Pool-Arbeitsplatz im Büro nicht absetzbar

Ein Urteil des Finanzgerichts Hessen vom 30. Juli 2020, 3 K 1220/19, zeigt erneut die nach wie vor sehr eingeschränkte steuerliche Berücksichtigung von Homeoffice-Arbeitsplätzen auf.
 
Bietet ein Arbeitgeber keine feste Zuordnung einzelner Arbeitsplätze zu bestimmten Mitarbeitern, sondern einen sogenannten Pool von Arbeitsplätzen, liegt im steuerlichen Sinne ein „anderer Arbeitsplatz“ beim Arbeitgeber vor. Das schließt aber eine steuerliche Geltendmachung des Homeoffice aus.
 
Keine Geltendmachung bei „anderem Arbeitsplatz“
Selbst wenn nicht für alle Mitarbeiter jederzeit ein Pool-Arbeitsplatz zur Verfügung steht, ändert das nichts an der Lage. Eine weitere Einschränkung: Nimmt ein Arbeitnehmer aus medizinischen Gründen den Arbeitsplatz nicht in Anspruch, sondern arbeitet zu Hause, dann ändert auch dies nichts an dem Vorliegen eines „anderen Arbeitsplatzes“, der die steuerliche Geltendmachung des häuslichen Arbeitszimmers entfallen lässt.
 
Kommt eine Neuregelung?
Das derzeit im parlamentarischen Verfahren befindliche Jahressteuergesetz sieht in seiner aktuellen Entwurfsfassung keine neue Regelung des Homeoffice vor. Die Anhörung zum Gesetz Ende Oktober im Bundestag offenbarte hingegen einen durch die Corona-Situation verstärkt zutage getretenen Regelungsbedarf in diesem Bereich. Die Bundesländer Bayern und Hessen fordern eine Pauschale für jeden vollen Tag im Homeoffice in Höhe von fünf Euro, maximal 600 Euro im Jahr, als abzugsfähige Werbungskosten. Der Bundesrat hat eine generelle Prüfung der Möglichkeit einer steuerlichen Geltendmachung des häuslichen Arbeitszimmers empfohlen.