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Frankfurt, 30.11.2020

Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. begrüßt Reform des Wohnungseigentumsrechts

Beschlüsse werden jetzt einfacher – die Eigentümerrechte werden gestärkt


Am 1. Dezember 2020 tritt die Reform des Wohnungseigentumsrechts in Kraft. „Was lange währt, wird endlich gut. Mit den Neuregelungen des Wohnungseigentumsgesetzes hat der Bundestag den ursprünglichen Entwurf der Bundesjustizministerin in vernünftige Bahnen gelenkt.” So kommentierte Gregor Weil, Geschäftsführer von Haus & Grund Frankfurt am Main e.V., die in Kraft tretende Novelle des Wohnungseigentumsgesetzes.

Viele Frankfurterinnen und Frankfurter leben in Eigentumswohnungen. Entweder als Selbstnutzer ihrer eigenen Wohnung oder als Mieter. Allein im Jahr 2019 wurden in Frankfurt über 1.500 Eigentumswohnungen verkauft. Die ab dem 1. Dezember gültige Novelle des Wohnungseigentumsrechts ist für alle Besitzer von Eigentumswohnungen relevant.

Nach Auffassung von Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. haben es die Fraktionen CDU/CSU und SPD geschafft, ein ausgewogenes Gesetz sowohl für Eigentümer als auch für Verwalter zu erarbeiten. Durch abgesenkte Beschlussmehrheiten in der Eigentümerversammlung und die Ausweitung der Verwalterkompetenzen könnten zukünftig Sanierungsrückstaus besser verhindert werden. Zudem bliebe auch in entscheidungsschwachen Gemeinschaften der Verwalter handlungsfähig. „Wichtig und richtig ist, dass den Eigentümern an dieser Stelle gleichzeitig ein scharfes Schwert gegeben wird, wenn der Verwalter diese Kompetenzen gegen den Willen der Gemeinschaft überschreiten sollte. Es steht außer Frage, dass Verwalter jederzeit abberufen werden können“, betonte Weil.

Mit den noch eingefügten Änderungen durch den Rechtsausschuss des Bundestages wurde auch der Verwaltungsbeirat gestärkt. Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. begrüßt, dass der Verwaltungsbeirat von nun an den Verwalter nicht nur unterstützt, sondern auch überprüft. „Die Lösung, Verwaltungsbeiräte in der Haftung zu beschränken, ist dabei genau der richtige Weg. Damit wird das Amt attraktiver gestaltet und es können mehr geeignete Kandidaten gefunden werden”, merkte Weil an.

Eigentümer müssten sich darauf einstellen, dass sich die Struktur der Verwaltung mit Inkrafttreten der Novelle deutlich ändert. Zukünftig sei die Gemeinschaft selbst der Mittelpunkt der Verwaltung. Diese Strukturänderung erleichtert nach Einschätzung von Haus & Grund Frankfurt am Main e.V. die Anwendung des Gesetzes und führe in vielen Fällen dazu, dass Ansprüche leichter durchgesetzt werden können. „Zu kritisieren bleibt, dass sich die Große Koalition bei Verteilung der Kosten für bauliche Maßnahmen lediglich auf einen mit Lücken behafteten Kompromiss einigen konnte. Hier muss in naher Zukunft nachgebessert werden”, forderte Weil.